Grüne Tipps: Warum und wie Sie Gartenpläne im Januar schmieden sollten

Einleitung

Januar 2024 Mit dem Jahreswechsel ist auch der Garten ein Jahr älter geworden. Diese Zeitreise bringt Veränderungen mit sich, sowohl im Garten als auch bei uns in unseren Vorstellungen und Wünschen. Da fügt es sich gut, dass draußen gerade wenig zu tun ist und Zeit fürs Pläne schmieden bleibt.

Unser Ziergarten nach oben

Unermüdlich: Seit September leuchten die Laternen der Lampionblumen.

Zum Start ins neue Jahr wird gerne vierblättriger Glücksklee (Oxalis tetraphylla) verschenkt. Leider ist die Freude an diesem hübschen Glücksbringer oft nur von kurzer Dauer, weil er in einem viel zu kleinen Gefäß wächst. Schade, denn der Klee mit der schönen Blattzeichnung und der dunkelrosa Blüte ist auch eine attraktive Gartenpflanze. Wenn Sie ihn in ein größeres Gefäß umtopfen und an einen hellen Fensterplatz stellen, wird er sich zu einer dekorativen Grünpflanze entwickeln. Nach den Eisheiligen kann der Glücksklee ins Blumenbeet umsiedeln und wird dort den Sommer über blühen. Da er keinen Frost verträgt, müssen seine Brutknollen im November aufgenommen und im kommenden Frühjahr neu gepflanzt werden.

Ungeduldige Gartenliebhaber*innen zieht es auch im Januar trotz Kälte und Nässe in den Garten. Dringend zu erledigende Gartenarbeiten stehen noch nicht an, aber zu reparieren gibt es immer etwas: Ist das Handwerkszeug in Ordnung oder muss der Rasenmäher zur Inspektion? Sind die Stützpfähle der Obstbäume, das Spalier und der Zaun noch funktionstüchtig? Apropos Zaun: Muss der überhaupt sein oder kann er durch eine lebende Hecke ersetzt werden?

Begrenzung im Garten nach oben

Hecken eignen sich nämlich nicht nur zur Einfriedung von Gärten, sie sind auch vielseitige Gestaltungselemente. Eine Hecke kann den Garten in Räume gliedern, einen lauschigen Sitzplatz schaffen, vor neugierigen Blicken schützen, den Kompostplatz abschirmen oder Zugluft abwehren. Hecken sind zugleich ökologisch wertvoll, weil sie Igeln, Zaunkönigen und vielen anderen Tieren Unterschlupf bieten.

Wenn Sie eine Hecke setzen möchten, dann gibt es im Vorfeld einiges zu bedenken: Sommergrüne Hecken sehen lebendig aus, weil sich ihr Äußeres mit den Jahreszeiten ändert. Immergrüne Laub- und Nadelhölzer wirken als Hecken hingegen statisch, weil sie immer gleich aussehen. Unabhängig von der Gehölzart sehen in Form geschnittene Hecken streng und steif aus. Der Vorteil gegenüber ungeschnittenen Hecken ist, dass sie durch häufiges Schneiden die schmale Form behalten und dennoch blickdicht sind. Natürlich und gefällig sehen freiwachsende Hecken aus. Sie beanspruchen allerdings Platz. Eine Besonderheit sind Hecken aus blühenden Sträuchern wie Falscher Jasmin (Philadelphus), Maiblumenstrauch (Deutzia), Fünffingerstrauch (Potentilla fruticosa), Japanische Zierquitte (Chaenomelis), Rosen und Spierstrauch (Spiraea).

Ähnlich wie Hecken können auch am Spaliergerüst gezogene Obstgehölze oder am Rankgitter wachsende Kletterpflanzen verwendet werden. Das Besondere dieser lebenden Wände ist, dass sie sehr schmal sind.

Jetzt ist die Zeit, um Gehölze durch Steckholzer zu vermehren. Schneiden Sie bleistiftdicke, unverzweigte Reiser aus dem Vorjahr in 15 bis 30 cm lange Teilstücke. Damit oben und unten nicht vertauscht werden, setzen Sie die Baumschere am oberen Ende gerade und am unteren Ende schräg an. Das Steckholz sollte über einige Blattknospen verfügen und an beiden Seiten mit einer Knospe enden. Die Steckhölzer werden dann senkrecht bis kurz unterhalb der oberen ein bis zwei Blattknospen in den Boden – der Name ist Programm – gesteckt. Mit etwas Glück bilden die Hölzer Wurzeln, treiben aus und sind im Herbst fertig zum Verpflanzen.

Hoch ist die Erfolgsquote beispielsweise bei verschiedenen Arten von Hartriegel (Cornus), Heckenkirsche (Lonicera), Liguster (Ligustrum), Maiblumenstrauch (Deutzia), Falscher Jasmin (Philadelphus), Weiden (Salix) sowie Heidel-, Stachelbeeren, Johannisbeeren und ihre Zierarten (Ribes).

Zimmerpflanzen leiden im Winter häufig unter trockener Heizungsluft und vor allem an zu geringer Lichtintensität. Eine Staubschicht auf den Blättern verstärkt den Lichtmangel. Deshalb ist jetzt ein reinigendes Duschbad für die Pflanzen Wellness pur.

Was Zimmerpflanzen derzeit nicht vertragen, ist häufiges Gießen. Auf zu nasse Wurzeln reagieren sie mit schlappem Aussehen, sich gelb färbenden oder gar rieselnden Blättern. Die Ursache dieser Symptome ist schwierig zu deuten, denn die Pflanzen zeigen dieselben Symptome auch bei Trockenheit. Das richtige Gießen ist gar nicht einfach. Menschen mit einem grünen Daumen erfühlen den optimalen Feuchtigkeitsgehalt der Blumenerde. Wer unsicher ist, versorgt die Pflanze über den Untersetzer mit Wasser und entleert ihn eine Stunde später, wenn die Wurzeln Wasser gezogen haben.

Königlich sehen die vorjährigen, mit Schnee gekrönten Blütenstände der Herbst-Anemone aus.
Unempfindlich und zu jeder Jahreszeit eine Augenweide: das etwa zwei Meter hoch werdende Chinaschilf.

Unser Obstgarten nach oben

Beim Obstkauf im Lebensmitteleinzelhandel scheinen im Winter Zitrusfrüchte zu dominieren. Und dennoch ist am 11. Januar der „Tag des deutschen Apfels“. Über das Jahr gesehen ist der Apfel im Handel die beliebteste Frucht. Es werden etwa 15 Apfelsorten angeboten. Elstar, Braeburn und Gala stehen im Ranking ganz oben. In unseren Gärten ist das Sortiment viel größer. Für viele Gärtner*innen ist der Apfelbaum ein Kulturgut. Denn neben den Früchten spendet er Schatten, ist nicht nur während der Blüte eine besondere Zierde, schenkt vielen Tieren ein Zuhause und prägt den Charakter des Gartens.

Die Wahl eines neuen Apfelbaumes will gut überlegt sein. Zum Glück bleiben bis zur optimalen Pflanzzeit noch einige Wochen Zeit. Zuerst sollte der Standort geklärt werden, denn dessen Größe ist ausschlaggebend für die Wahl der Baumform. Den meisten Platz beansprucht der Hochstamm. Mit vergleichsweise wenig Raum kommen Buschbaum und Spindel aus. Besonders kompakt wächst der Säulenapfel. Er besteht lediglich aus einem Haupttrieb, der mit kurzen Fruchtspießen garniert ist. Seitenzweige sind nicht vorhanden.

Rindenpfropfen ist die gebräuchliche Veredelungsmethode, um einem Apfelbaum eine weitere Sorte hinzuzufügen. Veredelt wird Ende April bis Anfang Mai, wenn der Saftstrom einsetzt. Die Vorbereitung beginnt schon jetzt mit dem Beschaffen der Edelreiser. Dafür benötigen Sie, wie beim Steckholz beschrieben, entsprechende Reiser der gewünschten Apfelsorte. Problematisch ist deren Aufbewahrung, denn sie müssen zur Zeit der Veredlung frisch sein und noch in Winterruhe verharren. Das gelingt, wenn sie mit feuchtem Sand bedeckt an einem kühlen, aber frostfreien Ort aufbewahrt werden.

Auch der zu veredelnde Baum will vorbereitet sein: Dazu kürzen Sie einen oder mehrere nicht zu dicke Äste auf 1 m Länge ein. Der Durchmesser der Schnittstelle sollte kleiner als 10 cm sein. Hier wird dann später das Rindenpfropfen durchgeführt.

Bei ausbleibendem Schnee während einer längeren Frostperiode, schützt eine Abdeckung mit Gartenvlies oder Mulch das Erdbeerbeet vor Schäden. Besonders wirkungsvoll ist der Schutz bei einer Neupflanzung. Wenn eine frühe Ernte angestrebt wird, sollte eine Mulchschicht rechtzeitig abgeräumt werden, damit sich die dunkle Erde schnell erwärmen kann. Verbleibt die Mulchschicht, würde sich der Austrieb der Erdbeerpflanzen um zwei Wochen verzögern. In Gebieten mit Spätfrost wäre das sogar ein Vorteil.

Unser Gemüsegarten nach oben

Ein vernünftiger Vorsatz fürs neue Jahr: mehr frisches Gemüse für die Küche aus dem eigenen Beet.

Sich gesund zu ernähren und den Anteil an frischem Gemüse im Speiseplan zu erhöhen, ist ein vernünftiger Vorsatz fürs neue Jahr. Die Krönung dieser Idee wäre Gemüse aus dem eigenen Garten. Die bequemste Art des Anbaus ist die Nutzung eines Hochbeetes. Sehr erfolgversprechend ist auch das Kultivieren im neu angelegten Beet, das nicht mit Krankheiten aus Vorgängerkulturen belastet ist. Dafür bietet sich in vielen Gärten die Umgestaltung eines Stücks vom Rasen an. Mit der Anschaffung eines Gewächshauses wäre sogar die Verlängerung der Vegetationszeit und damit die Ausweitung der Eigenerzeugung möglich (mehr dazu finden Sie hier: Welches Gewächshaus passt zu mir? ).

Ein besonderer Vorteil von Wintergemüse ist, dass es in einer Zeit geerntet wird, wenn Gemüse rar ist. Da lässt sich der Nachteil der langen Kulturdauer leicht verschmerzen.

Mit der richtigen Sortenwahl und bei entsprechender Kulturweise können im Januar neben Grün- und Rosenkohl auch Endivien, Feldsalat, Porree, Radicchio sowie Winterportulak geerntet werden. Wenn der Boden nicht zu hart gefroren ist, sind auch Haferwurzeln, Meerrettich, Schwarzwurzeln, Topinambur und Pastinaken verfügbar.

Gedanken zum neuen Jahr nach oben

Jeder Garten ist für die Umwelt bedeutsam. Je nach Art der Bewirtschaftung allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Der größte ökologische Nutzen lässt sich durch eine naturnahe Wirtschaftsweise erreichen. Ein Wechsel vom konventionellen zum ökologischen Gärtnern sollte schrittweise erfolgen, damit alle Beteiligten, sowohl Mensch als auch Natur, dem Wandel folgen können.

Dazu eine Auswahl an Anregungen: Wenn Sie den Garten durch mehr Vielfalt bereichern wollen, dann pflanzen Sie nach und nach mehr Nutz- und Zierpflanzen, Kräuter, Sträucher oder, wenn Platz ist, auch Bäume. Steigern Sie die Biodiversität durch verschiedene Lebensbereiche wie Totholzhaufen, Gartenteich, Trockenmauer und lassen Sie für Wildwuchs ein Garteneckchen frei. Wenden Sie natürliche Methoden zur Bewirtschaftung an wie Mulch, Gründüngung, Mischkultur, Fruchtfolge und Kompostwirtschaft.

Wenn wir gedanklich einen Schritt weiter gehen und alle Gärten einer Siedlung oder eines Ortsteiles als Biotopverbund betrachten, dann ist das ökologische Potential noch um ein Vielfaches größer.

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