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Autor:
Ratschinski, Ilja

Winterblüher im Garten



Sternmagnolie
© Ratschinski, Ilja
Sternmagnolie
Januar 2006 Im Winter sind die Wachstumsbedingungen für Pflanzen im allgemeinen schlecht. Es ist kalt, feucht und die Sonne zeigt sich selten. Bei den meisten Pflanzen läuft das Leben daher auf Sparflamme. Um so sonderbarer erscheint es, dass eine bestimmte Gruppe von Pflanzen ihren wichtigsten Lebensabschnitt, "die Blüte" in diese Jahreszeit verlegt hat. Tatsächlich bietet diese Jahreszeit der Pflanzengruppe der Winterblüher eine vorteilhafte Nische.

Das Blätterdach der Bäume fehlt und es gelangt viel Licht auf den Boden. Der Pollen von windbestäubenden Gehölzen wird nicht von Blättern anderer Pflanzen abgefangen und kann so leichter von Blüte zu Blüte wehen. Früh aktiv gewordene Insekten finden in einer weitgehend kahlen Winterlandschaft die Blüten als erste Nahrungsquelle und sorgen für eine sichere Bestäubung.

Allerdings wird man im tiefsten Winter bei -15 °C auch keine "Winterblüher” blühen sehen. Auch für sie ist ein mildes Klima oder eine entsprechend milde Wetterphase eine notwendige Voraussetzung für die Blüte. Aufgrund dieser Abhängigkeit ist es auch schwer, die Blütezeit der Winterblüher auf einen bestimmten Termin festzulegen. Auch durch einen plötzlichen Frosteinbruch kann eine schon begonnene Blüte schnell wieder abgebrochen werden. Ein Winterjasmin z. B. kann seine Blütenpracht in einem Zeitraum von Dezember bis April aufteilen, und so mancher Winterblüher kann sich je nach Witterungsverlauf in einen Frühjahrsblüher verwandeln.

Da es sich bei den Winterblühern um außergewöhnliche Pflanzen handelt, gebührt ihnen im Garten auch ein besonderer Platz. Als erste Vorboten des Frühlings verwöhnen sie nicht nur unsere Augen, sondern häufig auch unsere Nasen. Grund genug, um diese Pflanzen in der Nähe des Hauses anzusiedeln. Am Wegesrand, in der Nähe von Terrassentüren oder im Eingangsbereich kommen die Eigenschaften der Winterblüher am besten zur Geltung. Wahre Genießer berücksichtigen sogar die Hauptwindrichtung.

Der Pflanze zuliebe sollte man außerdem einen geschützten Standort bevorzugen. Dort blüht die Pflanze etwas früher und ist in kalten Frostnächten besser geschützt. Nicht zuletzt bietet eine Hauswand, eine Mauer oder eine immergrüne Pflanze häufig einen Kontrast, der die Blüten voll zur Geltung bringen kann. Vor einer weißen Hauswand wäre z. B. eine rot blühende Zaubernuss eine gute Wahl.

Was die Pflege von winterblühenden Gehölzen betrifft, sollte auf die unterschiedlichen Bodenansprüche geachtet werden. Von einem Gehölzschnitt ist bei einigen Arten abzuraten (z. B. Zaubernuss, Magnolie), da sie sonst ihren natürlichen Habitus einbüßen. Sollte es trotzdem notwendig werden etwas abzuschneiden, führt man diese Maßnahme am besten direkt nach der Blüte durch.

Winter-Jasmin
© Ratschinski, Ilja
Winter-Jasmin
Ein klassischer Winterblüher ist der Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum). Das satte Gelb der Blüten und die Blütenform erinnern an eine Forsythie. Bemerkenswert ist die lange Blütezeit. Der Winter-Jasmin öffnet seine Blüten nach und nach. Um aufrecht zu wachsen benötigt er eine Kletterhilfe. Bekommt er keine Möglichkeit zum Klettern, kann er auch als Bodendecker oder überhängende Pflanze wachsen.

Zaubernuss
© Breidbach, Martin
Zaubernuss
Die Zaubernuss (Hamamelis × intermedia) bezaubert gleich durch mehrfache Reize. Angefangen von der tollen Herbstfärbung von rot bis gelb über die zarten Blüten (je nach Sorte in den Farben Rot bis Gelb), die sich zum Schutz vor kalten Temperaturen einrollen können, bis zu dem angenehmen Geruch, den die Blüten verströmen. Allerdings kann es ein paar Jahre dauern bis sich eine Zaubernuss richtig etabliert hat, um dann auch noch durch ihre anmutige Wuchsform zu überzeugen.

Der Winter-Schneeball (Viburnum × bodnatense 'Dawn') und auch der Duft-Schneeball (Viburnum farreri) weisen eine besonders lange Blütezeit auf, die oft schon im November beginnt und bis in den April andauert. Für Insekten ist der Nektar der weiß-rosa Blüten zugleich die erste und die letzte Kost des Jahres. Beide Arten verströmen einen intensiven vanilleartigen Geruch.

Eine weitere interessante Art könnte die immergrüne Schmuck-Mahonie (Mahonia bealei) sein, deren gelbe duftende Blütentrauben von Februar bis Mai erscheinen.

Eine Alternative zur allgegenwärtigen Forsythie (Forsythia intermedia) könnte die Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum) darstellen, deren zartrosa-weiße Blüten stark nach Mandeln duften.

Kornelkirsche
© Ratschinski, Ilja
Kornelkirsche
Wenn etwas mehr Platz zur Verfügung steht, ist auch die ökologisch sehr wertvolle Kornelkirsche (Cornus mas) zu empfehlen. Neben ihren kleinen gelben, kugeligen Blütendolden überzeugt diese Pflanze mit eleganten Blättern und ab August mit essbaren roten Wildfrüchten.

Als etwas kleinere Vertreter der Winterblüher sind die Glockenhasel-Arten (Corylopsis pauciflora oder Corylopsis spicata) zu nennen, die durch ihre gelben, duftenden Blütentrauben erfreuen.

Die Vielfalt an winterblühenden Pflanzen ist zu groß, um sie hier lückenlos darzustellen. Neben vielen Sträuchern müssten sowohl eine ganze Reihe von Heidepflanzen (z. B. Erica carnea) als auch Zwiebeln und Knollen (z. B. Schneeglöckchen, Winterling) vorgestellt werden.

Für den Pflanzenfreund gibt es also keinen Grund für Trübsal im Winter. Wer aufmerksam die Botanik beobachtet, dem blühen jederzeit viele Überraschungen. Die Winterblüher als Vorboten des Frühlings bringen uns Vorfreude auf den Frühling, und die Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.

Ihr Gartenfachberater
Ilja Ratschinski
Blütenknospen von Zaubernüssen - hier zwei verschiedene Sorten.
Blütenknospen von Zaubernüssen - hier zwei verschiedene Sorten.
Blütenknospen von Zaubernüssen - hier zwei verschiedene Sorten.
Buntes Treiben
Sauerdorn (Berberis thunbergii) ist eine beliebte Heckenpflanze mit Vorzügen. Er ist robust und gedeiht an fast jedem Standort. Seine Blüten sind Nahrungsquellen für Bienen und die roten Früchte eine Zierde bis in den Winter hinein.
Sauerdorn (Berberis thunbergii) ist eine beliebte Heckenpflanze mit Vorzügen. Er ist robust und gedeiht an fast jedem Standort. Seine Blüten sind Nahrungsquellen für Bienen und die roten Früchte eine Zierde bis in den Winter hinein.
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Goldregen
Goldregen
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Schere? Nein danke! Gehölze die (fast) ohne Schnitt auskommen

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Duftschneeball, Forsythie, Glockenhasel, Kornelkirsche, Schmuck-Mahonie, Schneeforsythie, Winter-Schneeball, Winterblüher, Winterjasmin, Zaubernuss

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