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Autor:
Roth, Wolfgang

Grüne Termine im Juli



Fingerhut (Digitalis purpurea) fühlt sich im Halbschatten wohl. Er passt gut als Hintergrund vor niedrige Beetpflanzen und zwischen Ziersträuchern.
© Roth
Fingerhut (Digitalis purpurea) fühlt sich im Halbschatten wohl. Er passt gut als Hintergrund vor niedrige Beetpflanzen und zwischen Ziersträuchern.
Juli 2017 Wann beginnt der Hochsommer? Mit Meldungen von überfüllten Freibädern oder den Staus auf deutschen Autobahnen? Für den Gärtner gilt der phänologische Kalender. Mit der Blüte der ­Sommerlinde oder der Fruchtreife von ­Johannisbeeren. Und es gibt viel zu tun.

nach obenZierpflanzen

Fast alle Gartenrosen sind auf eine Wildrosen-Unterlage veredelt. Diese ist von geradezu urwüchsiger Vitalität und treibt manchmal mit "wilden" Trieben aus dem Wurzelbereich aus. Wildtriebe unterscheiden sich von der Edelsorte durch ihr meist kleineres und helles Laub sowie eine andere Bestachelung. Legen Sie den Wildling frei und reißen Sie ihn mit einem kräftigen Ruck ab.

Neuere Rosensorten blühen mehrmals im Sommer. Ihr Flor wird besonders üppig, wenn Sie das Verblühte laufend herausschneiden. Bei langstieligen Edelrosen müssen Sie den Schnitt etwas tiefer ansetzen, damit sich ein kräftiger Neutrieb mit einer schönen Blüte entwickeln kann. Die optimale Schnittstelle liegt kurz über dem obersten vollständig gefiederten Laubblatt. Der letzte Termin für eine Düngung ist Anfang Juli.

Wer mit der Blütenfülle seines Chinesischen Blauregens (Wisteria sinensis), auch Glyzinie genannt, unzufrieden ist, sollte jetzt die Seitentriebe auf etwa vier Blätter kürzen.

In diesen Wochen beginnt die Pflanzzeit für Zwiebelblumen und Knollengewächse wie Alpenveilchen (Cyclamen spp.), Herbstkrokus (Crocus spp.), Hundszahn oder Forellenlilie (Erythronium spp.), Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) und Madonnenlilie (Lilium candicum). Tulpen, Narzissen und ähnliche Frühjahrsblüher werden etwa sechs Wochen später gepflanzt.

nach obenObst

Im Erwerbsanbau werden Erdbeeren fast ausschließlich einjährig kultiviert, während sie im Garten zwei bis drei Jahre lang stehen bleiben. Damit der Ertrag auch im nächsten Jahr gut ist, brauchen die Pflanzen jetzt Pflege. Gleich nach der Ernte werden die Laubblätter etwa 5 cm über dem Boden abgemäht. Dieser starke Eingriff führt zu einem kräftigen Neuaustrieb und kommt einer Erneuerung gleich. Anschließend entfernen Sie die Ranken, das abgemähte Laub und das Unkraut. Der Boden zwischen den Reihen wird flach gelockert, aber nicht umgegraben. Eine Düngung mit speziellem Beerendünger oder Komposterde fördert das Wachstum.

Wird ein neues Erdbeerbeet angelegt, dann muss die Pause zwischen der alten und neuen Erdbeerpflanzung etwa 4 bis 5 Jahre betragen. Als ungünstige Vorkultur gelten Kartoffeln, Bohnen, Tomaten und umgegrabener Rasen. Sehr zu empfehlen ist eine Gründünger-Mischung mit Tagetes.

Brombeeren fruchten an den Ruten, die im vorigen Jahr gewachsen sind. Während im Sommer die Früchte reifen, sprießen neue Triebe, die dann im kommenden Jahr die Ernte sichern. Um die Mutterpflanze zu schonen, entfernen Sie überschüssige Schösslinge und binden Sie die verbleibenden jungen Ruten auf. Falls sich Seitentriebe bilden, werden diese auf ein bis zwei Blätter gestutzt.

Sauerkirschbäume sollten Sie jedes Jahr gleich nach der Ernte schneiden, denn nur an den jungen, vitalen Trieben bilden sich große, saftige Früchte. Einen besonders starken Rückschnitt braucht die Sorte 'Schattenmorelle'. Hier müssen Sie alle abgetragenen Zweige bis kurz vor einem wüchsigen Neutrieb entfernen. Der Neutrieb, an dem sich im Spätsommer Blütenknospen bilden, bleibt unberührt.

Ist die Baumkrone verdichtet und muss saniert werden, dann scheuen Sie sich nicht, auch ganze Äste zu entfernen. Die noch verbleibenden Äste werden um ein Drittel ihrer Länge gekürzt. Danach ist das Aussehen des Baumes gewöhnungsbedürftig, aber der beginnende Neuaustrieb wird die "Wunden" rasch schließen.

Für alle Obstbäume gilt: Ein Sommerschnitt verringert die Gefahr der Pilzinfektion, weil die Baumkrone durch die bessere Durchlüftung schneller abtrocknet und den Pilzsporen die notwendige Feuchtigkeit zum Keimen fehlt. Auch die Früchte profitieren, denn ein Mehr an Sonne fördert die Ausfärbung und den Geschmack. Zum Sommerschnitt gehört das Herausschneiden von Zweigen die nach innen wachsen, sich kreuzen oder zu dicht stehen. Entfernen Sie auch Wasserschosse.

nach obenGemüse

In Gärten mit vielen unterschiedlichen Gemüsearten, gibt es in diesem und dem kommenden Monat viel zu ernten. Wenn Sie merken, dass der Ertrag größer als der Verbrauch sein wird, können sie Gemüsearten wie Bohnen, Gurken, Kohlrabi, Kopfsalat, Möhren, Zucchini und Zuckererbsen auch frühzeitig, quasi als Baby-Gemüse, ernten.

Besonders vielseitig ist Rote Bete, die in verschiedenen Entwicklungsphasen verwendet wird: Vor der Knollenbildung als Salat oder Blattgemüse, mit junger Knolle als "Baby Beets" und ausgereift als Vitamin B-, Eisen- und Folsäure-haltiges Knollengemüse. Ernten Sie Küchenzwiebeln erst wenn die Schlotten (das Laub) eingetrocknet sind. Mutwilliges Niedertreten des Laubes mindert die Qualität.

Vermeiden Sie Verletzungen an Pflanzen, die mehrmals beerntet werden, damit sich auch die nachwachsenden Früchte vollständig entwickeln können. Mit beiden Händen geht das ganz gut: Die eine Hand hält die Pflanze und mit der anderen wird gepflückt.

Chinakohl ist in der Küche beliebt, weil sich aus ihm sowohl knackige Salate als auch leicht verdauliche Kohlgerichte zubereiten lassen. Im Garten ist Chinakohl nicht sehr anspruchsvoll. Ein sonniger Standort sowie ein durchlässiger, mittelstark gedüngter und mit Kalk versorgter Boden genügen. Chinakohl wird gerne als Nachfolgekultur gewählt und ab Mitte Juli bis Anfang August direkt ins Beet ausgesät. Auch die Anzucht von Jungpflanzen, die dann etwas später gesetzt werden, ist möglich. Einige Neuzüchtungen sind gegen Kohlhernie resistent und schossen nicht; das heißt, sie bilden keine vorzeitigen Blüten. Diese schossfesten Sorten können bereits ab April gesät werden.

Weitere Aussaaten sind im Juli möglich: Kohlrabi, Lauchzwiebeln, Mangold, Möhren, Spinat, Winter-Rettich und Teltower Rübchen. Auch Salate wie Kopf-, Schnitt- und Römersalat, Endivien, Radicchio, Feldsalat und Salatrauke wachsen noch heran. Bei Buschbohnen müssen Sie sich beeilen, denn die sollten in den nächsten Tagen in die Erde. Nicht jede Sorte ist für einen späten Aussaattermin geeignet. Entsprechende Hinweise stehen auf den Saatguttüten.

Die Pflanzzeit für Blumen-, China-, Grün- und Spitzkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Kartoffeln (frühe Sorten mit kurzer Entwicklungsdauer), Zichoriensalate wie Radicchio, Zuckerhut und Endivien endet mit diesem Monat. Für Rosenkohl ist die Pflanzsaison bereits Anfang Juli zu Ende.

Die schnell wachsenden Triebe der Salat- oder Schlangengurken brauchen einen Stab als Stütze oder finden an aufgehängten Schnüren Halt. Die Pflanzen benötigen viel und regelmäßig Wasser, eine gute Nährstoffversorgung und Pflege. Entfernen Sie alle unteren Seitentriebe, bis zu einer Höhe von ca. 80 cm. Die darüber wachsenden Triebe kürzen Sie nach dem ersten oder zweiten Fruchtansatz ein. Der Haupttrieb endet entweder am Dachfirst oder kann bei ausreichendem Platz nach unten umgelenkt werden.

Wenn Kohlgewächse welken und im Wachstum zurückbleiben, kann das ein Symptom der gefürchteten Kohlhernie sein. Durch diese Krankheit schwellen die Wurzeln an und bilden knollenartige Verdickungen. Verursacher ist ein Schadpilz, der im Boden 20 Jahre überdauern kann. Entsorgen Sie so bald wie möglich die befallenen Strünke mit der anhaftenden Erde im Hausmüll. Vermeiden können Sie die Kohlhernie nur durch vorbeugende Maßnahmen, weil eine chemische Behandlung nicht möglich ist. Nach dem Befall mindestens 4 Jahre keinen Kohl pflanzen und mit Kalk den pH-Wert des Bodens um 0,5 Einheiten über den Optimalwert anheben. Außerdem ist diese Fläche für alle Kreuzblütler, ob Gründünger oder Unkraut, tabu.

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Blattlaus, Brokkoli, Erdbeere, Erdbeersorten, Gartenrosen, Gras, Kohlrabi, Marienkäfer, Mähen, Nacktschnecken, Obst, Rasen, Rückschnitt, Sommer, Sommerschnitt, Spitzkohl, Trockenphasen

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