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Autor:
Stein, Dagmar

Freilandazaleen − Die frühe Blütenpracht



© Stein
März 2017 Mit den herrlich und lange blühenden Azaleen holen Sie sich den Zauber Asiens in den Garten. Ob mit einfachen oder gefüllten Blüten, als Halbstämmchen oder buschig gewachsene Pflanze - Azaleen sind dankbare Frühlingsblüher in prächtigen Farben.

Bis vor wenigen Jahren wurden Azaleen als gesonderte Gruppe geführt. Botanisch sind sie jetzt der Gattung der Rhododendron zugeordnet. Das hat einen guten Grund, denn Rhododendren und Azaleen sind eng verwandt und sich in Blütenform, Wuchs und Blütezeiten sehr ähnlich. Im alltäglichen Sprachgebrauch hält sich jedoch der Begriff "Azalee". Unterscheiden kann man sie von den Rhododendren an ihren deutlich kleineren, lanzettförmigen Blättern und den etwas spitzeren Blütenblättern.

Im Frühjahr − meist im Mai − schmücken sich Azaleen mit trichterförmigen Blüten, die in farbenprächtigen Dolden angeordnet sind. Freilandazaleen kommen mit halbschattigen bis schattigen Plätzen gut zurecht und lassen mit intensiven Farben schattige Gärten in märchenhafter Pracht erglühen. In nördlichen und nicht zu trockenen Gegenden Deutschlands vertragen sie aber auch sonnige Standorte. Die locker aufgebauten Sträucher können eine Rhododendron-Gruppe hervorragend ergänzen.

nach obenHeimat Asien

Bild 1: Hausgarten in Schottland
© Stein
Bild 1: Hausgarten in Schottland
Azaleen sind ursprünglich in den Bergwäldern Japans und Chinas sowie im Kaukasus beheimatet. Bereits 1808 kamen die ersten Azaleen nach England und traten von dort ihren Siegeszug durch ganz Europa an. An der Züchtung der farbenfrohen Sträucher war der englische Lord Rothschild beteiligt, ein passionierter Pflanzensammler, der von seinen Reisen in den Himalaya zahlreiche Wildarten mitbrachte und sie durch Kreuzungen unserem Klima anpasste. Sein ausgedehnter Rhododendron- und Azaleenpark "Exbury Gardens" bei Plymouth in der Grafschaft Devon in Südwestengland ist besonders sehenswert. Mittlerweile gibt es weltweit über 1000 verschiedene Sorten − die meisten davon sind spezielle Züchtungen, sogenannte Hybriden, die im Frühjahr mit ihrer prachtvollen Blüte die Gärten schmücken, wie diesen Hausgarten in Schottland Bild 1.

nach obenJapanische Azaleen

Besonders beliebt für den Garten sind die "Japanischen Azaleen" (Rh. x Japonicum-Hybriden), an deren Entstehung meist japanische Arten (Rh. obtusum) beteiligt sind. Sie brauchen etwas mehr Licht und den nötigen Platz, um sich zu dichten Blütenkissen zu entwickeln.

Bild 2: 'Lady Dark®'
© Baumschule Hachmann
Bild 2: 'Lady Dark®'
Japan-Azaleen behalten ein Großteil ihres Laubes im Winter. Sie bevorzugen einen windgeschützten Standort und eignen sich daher besonders gut für Gruppen- und Vorpflanzungen, sind aber auch als Solitärpflanzen in Japan- und Steingärten oder in Kübeln auf der Terrasse ein toller Blickfang. Die meist niedrig und flach wachsenden Pflanzen werden selten über 80 cm hoch. Japan-Azaleen gibt es in vielen Farben − meist in Rot- und Rosatönen, aber auch in Violett oder Weiß. Besonders ausdrucksvoll ist die Neuheit 'Lady Dark®' Bild 2 mit intensiv leuchtenden, dunkelvioletten Blüten. Sie nimmt sogar bis zu 90 Prozent ihres Laubes durch den Winter.

nach obenDiamant-Azaleen

Besonders attraktiv sind die enorm reichblühenden ‚Diamant'- Azaleen (Rh. obtusum 'Diamant') mit schirmförmigem Wuchs und teilweise wintergrünen Blättern. Ihr Vorteil gegenüber den ähnlichen Japanischen Hybriden sind die immergrünen Blätter und der kompaktere Wuchs, der sich in Japangärten und in kleinen Gärten bewährt. Sie sind dicht mit vielen, farbintensiven Blüten besetzt und werden während des Frühlings häufig im Handel angeboten.

Die Pflanzen wachsen langsam und passen deshalb gut in kleinere Gärten, in Gefäße und in Parks. Geben Sie ihnen einen sauren Boden mit Moorbeeterde und einen halbschattigen bis schattigen Platz, dann werden sie zwar ohne Duft, aber doch mit einem Meer von vielen kleinen Blüten über lange Jahre Freude bereiten.

nach obenAzaleen mit süßem Duft

Wer nach dem intensiven, süß-herbem Duft der Azaleen sucht, wird bei den so genannten Pontischen Azaleen (Rh. luteum) fündig. Ihre Blüten sind oft mittelgroß, aber zahlreich. Die anfangs zierlichen Sträucher erreichen im Alter leicht 2 bis 3 m Höhe und eine beträchtliche Breite. Sie verabschieden sich im Herbst mit purpurroter Laubfärbung.

Bild 3: 'Sunte Nectarine'
© Baumschule Hachmann
Bild 3: 'Sunte Nectarine'

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Auch die bekannten Knaphill-Hybriden duften stark, deren Züchtung 1870 in der Knap Hill Nursery in England ihren Anfang nahm. Sie begeistern mit enormer Blütenfülle und ihrem intensiven Duft. Die Knaphill-Azaleen sind aber auch wegen ihrer fröhlichen Farben beliebt. Neben roten, rosa und weiß blühenden gibt es auch leuchtend gelbe oder orange Sorten. Eine wunderschöne Sorte mit großen, orangen Blüten ist zum Beispiel die Neuheit 'Sunte Nectarine' Bild 3.

Diese sommergrünen Azaleen werfen im Winter ihr Laub komplett ab. Dafür glänzen sie im Herbst mit einer prachtvollen Laubfärbung.

nach obenPflanzen und Pflege

Bild 4: Spezielle Rhododendronerde
© Stein
Bild 4: Spezielle Rhododendronerde
Ballen- und Containerpflanzen von Rhododendren und Azaleen lassen sich das ganze Jahr über pflanzen, sogar während der Blüte. Azaleen brauchen sauren Boden mit einem Säurewert (pH-Wert) unter 5. Ist er zu alkalisch, können die Pflanzen Spurenelemente wie Eisen und Magnesium nicht aufnehmen und die Blätter sehen hellgrün chlorotisch aus. Ideal zum Pflanzen ist daher spezielle Rhododendronerde Bild 4. Heben Sie das Pflanzloch mindestens doppelt so breit wie den Ballen. Nach dem Einbringen wird die Erde ringsum angetreten, damit der nötige Anschluss an den Boden hergestellt. Nun noch gründlich angießen. Vier Wochen nach der Pflanzung düngt man zum ersten Mal und später alljährlich im April-Mai mit 80 bis 100 g Rhododendrondünger/m2. Rhododendren brauchen viel Wasser und dürfen nicht austrocknen. Sorgen Sie vor allem im Juni bis August für reichlich Wasser, denn dann werden die neuen Knospen für die Blüte im nächsten Jahr gebildet. Wenn Sie weitere Fragen zur Pflege von Azaleen haben, können Sie sich auch jederzeit an den Gartenberater ihres Landesverbandes wenden.

nach obenExperteninterview

© Baumschule Hachmann
Rhododendronzüchter: Holger Hachmann Wo geht der Trend der Azaleen-Züchtung hin?
Ziel ist es, die Farbpalette weiter mit attraktiven und intensiven Farben zu vergrößern. Aber auch, Sorten zu züchten, die im Winter mehr Laub behalten. Interessant sind auch die Blattfarben, die vor allem bei Japanischen Azaleen sehr unterschiedlich sein können − von verschiedenen Grüntönen bis hin zu rötlichem Blattaustrieb. Das gibt nochmal einen Extra-Zierwert.

Worauf sollte man beim Pflanzen besonders achten?
Der Boden sollte sauer, also mit Rhododendronerde oder Torf vorbereitet sein. Wichtig ist aber vor allem, dass er locker ist. Denn Azaleen bilden zarte, sehr feine Wurzeln, die dichten Boden nur schwer durchdringen können. Die Folge: Die Pflanzen wachsen dann nur verzögert.

Sind Azaleen auch für Kübel geeignet?
Sowohl Rhododendren als auch Azaleen können Sie durchaus in größere Gefäße pflanzen, zum Beispiel, wenn ihr Ihr Gartenboden keine idealen Bedingungen bietet. Sie bilden dann auf der Terrasse oder auf dem Balkon einen tollen Blickfang.

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Die blauen, strahlenförmigen Blüten der Glattblattaster (Aster novi-belgii) ziehen unsere Blicke magisch an. Die über einen Meter hohe Staude ist auch für viele Insekten unwiderstehlich. Sie bieten, bis zum Frost, eine reichhaltige Nahrungsquelle.
Die blauen, strahlenförmigen Blüten der Glattblattaster (Aster novi-belgii) ziehen unsere Blicke magisch an. Die über einen Meter hohe Staude ist auch für viele Insekten unwiderstehlich. Sie bieten, bis zum Frost, eine reichhaltige Nahrungsquelle.
Die blauen, strahlenförmigen Blüten der Glattblattaster (Aster novi-belgii) ziehen unsere Blicke magisch an. Die über einen Meter hohe Staude ist auch für viele Insekten unwiderstehlich. Sie bieten, bis zum Frost, eine reichhaltige Nahrungsquelle.
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Schlagworte dieser Seite:

Azaleen, Diamant-Azaleen, Freilandazaleen, Japan, Japanische Azaleen, Laubfärbung, Rhododendren, Rhododendronerde, Südwestengland, reichblühend

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