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Autor:
Stein, Dagmar

Neu entdeckt: Wildgemüse



Der Geschmack von Bärlauch ähnelt dem von Knoblauch.
© Stein
Der Geschmack von Bärlauch ähnelt dem von Knoblauch.
März 2017 Viele genießbare Wildpflanzen, die noch unbeachtet als "Unkraut" in Wald und Flur oder auf wenig gepflegten Rasenflächen nur für Kenner beachtenswert sind, warten darauf, dass jemand sie entdeckt und in Kultur nimmt. Denn etliche sind durchaus schmackhaft.

Zum Beispiel war die Wilde Salatrauke (Diplotaxis tenuifolia) lange kein Thema. Erst als die in den Alpen heimische Wildpflanze von findigen Köchen entdeckt und dann von Gärtnern in Kultur genommen wurde, war sie als Geheimtipp gefragt. Ähnlich wie Brennesseln und Gänseblümchen, Löwenzahn und Brunnenkresse, besitzen zahlreiche Wildpflanzen attraktive Qualitäten. Aus gutem Grund möchte ich nicht zum wilden Sammeln in der freien Natur raten, denn nur zu leicht kann es zu folgenschweren Verwechselungen mit ungenießbaren oder sogar giftigen Wildpflanzen kommen. Die folgenden schmackhaften Salate lassen sich aber ohne weiteres im Garten kultivieren.

nach obenBrennnessel (Urtica dioica und U. urens)

Bild 1: Große Brennessel (Urtica dioica)
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Bild 1: Große Brennessel (Urtica dioica)
Die zu den Brennesselgewächsen zählenden Wildpflanzen gibt es mit Ausnahme der tropischen Regionen überall. Zwei Arten lohnen den Anbau als siliziumreiches Wildgemüse: Die Große Brennessel (Urtica dioica Bild 1) ist eine mehrjährige Staude mit verzweigtem Wurzelwerk. Der kantige Stängel und die länglich eiförmigen Blätter mit gesägten Rändern sind mit Brennhaaren bedeckt. Unscheinbare grün-gelbe Blüten erscheinen von Juli bis in den Herbst. Die Pflanzen werden 0,50 bis 1,50 m hoch. Sie sind als Kinderstube für viele bekannte Schmetterlinge geschätzt, z. B. Tagpfauenauge. Die Kleine Brennessel (Urtica urens) gedeiht einjährig, vermehrt sich leicht durch Aussaat und wird mitunter in Schalen als zartes schmackhaftes Frühlingsgemüse kultiviert. Junge Brennnesseln werden gekocht wie Spinat zubereitet. Zum Trocknen für Tees erntet man das ganze Kraut (von Mai bis August). Aus frischem Kraut kann man auch einen sehr gesunden Saft pressen, der jedoch nicht lange haltbar ist.

Kultur

Die Schwachzehrer lieben Sonne bis Halbschatten und humusreichen Boden. Der Samen wird im Frühjahr breitwürfig oder in Reihen ausgesät.

Tipps

  • Ernten Sie nur mit Handschuhen. Die Blätter samt Brennhaaren welken sehr schnell und verlieren dann ihre Wirkung.
  • Frische Brennesselaus­züge sind ein beliebtes Spritzmittel gegen Läuse im Biogartenbau. Vergorene Jauche stinkt sehr, hat jedoch eine beachtliche Düngewirkung.

nach obenBrunnenkresse (Nasturtium ­officinale)

Bild 6: Brunnenkresse
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Bild 6: Brunnenkresse
Die wüchsige Wasserpflanze ist bei uns heimisch in Bächen und Teichen. Brunnenkresse Bild 6 hat einen besonders hohen Vitamin C- und Senföl-Gehalt. Sie schmeckt ähnlich würzig-pikant wie Gartenkresse. Man kann sie in der frostfreien Zeit und den Winter über im Gewächshaus immer wieder beernten und daraus einen schmackhaften Salat, eine Suppe oder Würze zu anderen Salaten bereiten.

Kultur

Sie wächst leicht im Gartenteich, am Uferrand oder in Gefäßen. Sogar im formschönen Übertopf oder im neuen, wasserdichten Balkonkasten gelingt die Kultur. Man kann auch vorgezogene Pflanzen vom Markt kaufen oder im Frühjahr oder Sommer jedes Jahr neu aussäen. Das Gefäß wird bis 3 cm unter den Rand mit Erde gefüllt, der Samen fein verteilt und durchdringend gewässert. Nach dem Aufgang werden die kleinen Pflanzen überstaut, sodass sie nie austrocknen können. Am besten gelingt der Anbau an schattigen Standorten.

Tipp

Auch aus frischen Büscheln vom Markt können Sie eine Kultur starten. Stecken Sie einfach Triebspitzen in sehr feuchte Erde, bald bilden sich neue Wurzeln und Triebe.

nach obenGänseblümchen (Bellis perennis)

Bild 2: Gänseblümchen
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Bild 2: Gänseblümchen
Um dieses schmackhafte Wildgemüse zu finden, muss man nur wenig gepflegte, zu spät gemähte oder häufig begangene Rasenflächen ansteuern. Gänseblümchen Bild 2 sind winterhart und gedeihen besonders gut auf mäßig feuchten, lehmigen Böden. Schmackhaft sind die zarten Blättchen im Inneren der Rosetten, ebenso die knospigen Blüten. Sie ergeben einen hervorragenden Salat oder werden anderen Salaten beigemischt.

Kultur

Wenn Sie einen Gänseblümchen-Rasen anlegen wollen, finden Sie Saatgut im Fachgeschäft. Beste Aussaatzeit ist von August bis September. Streuen Sie den feinen Samen breitwürfig aus und harken Sie ihn leicht ein. Immer gut feucht halten.

nach obenLöwenzahn (Taraxacum officinale)

Bild 3: Löwenzahn
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Bild 3: Löwenzahn
Löwenzahn Bild 3 kommt auf jeder Wiese und im vielen Rasenflächen vor. Bei den Franzosen zählt "Pisse-en-lit", der Bettnässer, nicht nur zu den Heilpflanzen, sondern auch zu den Feingemüsen. Sie haben sogar mehrere Kultursorten entwickelt und machen sich im Frühjahr (bevor die Blüten alle Pflanzenteile bitter machen) ein Fest daraus, knackigen Löwenzahnsalat mit gerösteten Brotkrumen und Speckwürfeln zu genießen. Säubern Sie Ihren Rasen und bereiten Sie aus den Rosetten einen Salat. Er ist wirklich delikat.

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Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!

Kultur

Im Mai bis Juni dünn verteilt in Reihen von 20 bis 25 cm Abstand säen (z. B. die Sorte 'Sperling's Lyonell'), im Spätherbst die Wurzeln ausgraben und dann antreiben wie beim Chicoree. Löwenzahn aus Treibkultur schmeckt besonders zart, mild und knackig.

nach obenLöffelkraut, Skorbutkraut (Cochlearia officinalis)

Bild 4: Löffelkraut
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Bild 4: Löffelkraut
Das Löffelkraut Bild 4 ist eine frostharte heimische Pflanze von den Küsten Nordeuropas. Weil man sie nicht nur den ganzen Sommer über, sondern auch mitten im Winter beernten kann, war sie in früheren Jahrhunderten als Vitamin-C-Lieferant gegen die Mangelkrankheit Skorbut sehr geschätzt, vor allem bei Seefahrern. Doch auch in den Hausgärten und vor allem in den schneereichen Bergen wusste man die ungewöhnlichen Qualitäten dieser würzigen Pflanzen zu schätzen. Der Geschmack der rundlichen, dunkelgrünen Blätter ist rettichartig, denn sie enthalten wie bei anderen Kreuzblütlern auch reichlich keimhemmende Senfölglykoside, die gegen Erkältungen schützen. Erntezeit ist bis zur sommerlichen Blüte, in Sätzen gesät das ganze Jahr. Verwendung als pikanter Salat, für Suppen, als Würze für grüne Salate und Gemüsesäfte.

Kultur

Man sät den feinen Samen dünn verteilt von März bis August in Reihen von 20 cm Abstand. Löffelkraut gedeiht auf jedem Gartenboden in Sonne und Halbschatten.

Tipp

Damit man auch im Winter leicht und sauber ernten kann, empfiehlt sich das Abdecken mit einem schützenden Gartenvlies.

nach obenBärlauch (Allium ursinum)

Bild 5: Bärlauch
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Bild 5: Bärlauch
Eine kulinarische Besonderheit ist der Bärlauch Bild 5. Es gibt kaum ein Restaurant, das auf gute Küche hält und dieses sehr gesunde Wildgemüse im Frühling nicht auf seiner Speisekarte herausstellt. Geschmack und Wirkung ähneln Knoblauch, doch hält der Geruch wegen des Blattgrüns Chlorophyll nicht lange an. Also: Genuss ohne Reue! Das herrliche Wildgemüse wird gerne zum Würzen von Salaten genommen. Auch Suppen sind sehr beliebt.

Kultur

Man kann sowohl ausssäen (Bärlauch ist ein Kaltkeimer, Saatgut z. B. von Kiepenkerl, Sperli, Dürr-Samen, Dehner) als auch Zwiebeln oder Pflanzen davon setzen. Gepflanzt wird an eine schattige Stelle, wo sich die Pflanzen nach dem baldigen Einziehen der Blätter ungestört vermehren können.

Bärlauch gedeiht auf allen feuchten Böden, sehr gut auf Lehm. Die weißen Blüten sind im April bis Mai ein besonderer Schmuck.

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Ernte der Löwenzahntriebe
Ernte der Löwenzahntriebe
Ernte der Löwenzahntriebe
Löwenzahnwurzeln ernten
Gewächshaus im Winter
Gewächshaus im Winter
Gewächshaus im Winter
Wintergemüse unter Glas
Tomate 'Tumbling Tom Red' und 'Yellow'
Tomate 'Tumbling Tom Red' und 'Yellow'
Tomate 'Tumbling Tom Red' und 'Yellow'
Gemüsegarten auf Balkon oder Terrasse

Schlagworte dieser Seite:

Aussaat, Brennnessel, Bärlauch, Chicoree, Erkältungen, Feingemüse, Gänseblümchen, Knoblauch, Löffelkraut, Löwenzahn, Salate, Salatrauke, Wildgemüse, Wildpflanzen, schmackhafte Wildgemüse

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