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Autor:
Stein, Dagmar

Bio-Gemüse



April 2017 Bio ist in - keine Frage. Nicht nur im Supermarkt, auch bei Saatgutherstellern und Pflanzenproduzenten wachsen die Bio-Sortimente zusehends. Sogar Bio-Blumenzwiebeln gibt es mittlerweile. Doch was bedeutet Bio überhaupt? Wir versuchen, einen Überblick zu geben.

Gesund gärtnern von Anfang an − dieses Bedürfnis steht bei den Nutzern und Käufern von Bio-Saatgut und -Pflanzen im Vordergrund. Dazu zählt ein umweltschonender Umgang mit der Natur ohne die Verwendung chemischer Pflanzenschutzmittel, die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen plus dem Wunsch, sich gesund zu ernähren und seinem Körper möglichst wenige Schadstoffe zuzuführen. Rundum gesund genießen − diesen Bedürfnissen vieler Hobbygärtner kommen immer mehr Saatgut- und Pflanzenproduzenten mit umfangreichen Bio-Sortimenten entgegen. Doch Bio im Pflanzenbereich: Was bedeutet das eigentlich?

nach obenBio-Saatgut

Bio-Saatgut Tomaten
© Bingenheimer Saatgut AG
Bio-Saatgut Tomaten
Im Saatgutbereich hat sich in den letzten Jahren ein großes Angebot von Bio-Samen etabliert (z. B. von Sperli, Demeter, Bingenheimer Saatgut, Kiepenkerl, Dreschflegel u. a.) − meist gut zu erkennen an zertifizierten BIO-Siegeln auf der Saatgut-Tüte. Am weitesten verbreitet sind das sechseckige BIO-Siegel und das viereckige EU-Bio-Logo (Umriss eines Blattes aus Sternchen). Um diese Logos verwenden zu dürfen, muss das Saatgut nach den EU-Vorschriften des ökologischen Landbaus gezogen worden sein. Das bedeutet unter anderem, dass auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz gänzlich verzichtet wird. Durch eine abwechslungsreiche und weite Fruchtfolge werden Krankheiten und Schädlingsbefall vermieden. Die zum guten Wachstum notwendigen Nährstoffe werden den Pflanzen mit einer natürlichen Düngung des Bodens zugeführt. Auch darf kein gentechnisch verändertes Saatgut genutzt werden. Die Einhaltung der Richtlinien wird durch staatliche Kontrollstellen zertifiziert. Auch andere Bio-Siegel sind anerkannt, so zum Beispiel das Demeter − oder das Bioland-Siegel. Hier gelten ähnliche, teilweise noch strengere Anbauregeln. So muss beispielsweise für ein Demeter-Siegel der gesamte Betrieb auf den biologischen Anbau umgestellt sein.

Bio-Saatgut Kürbis
© Sperli GmbH
Bio-Saatgut Kürbis
Als Bio-Saatgut erhältlich sind alte Landsorten mit ausgezeichnetem Geschmack, im Bio-Anbau bewährte Klassiker wie z. B. die robuste Lagermöhre 'Rothild', die bitterfreie Salatgurke 'Tanja', die Stangenbohne 'Neckarkönigin' oder der zarte Kohlrabi 'Lanro'. Aber auch neuere Züchtungen, die sich durch nützliche und natürliche Resistenzen gegen Krankheiten auszeichnen, gibt es als Bio-Saatgut, wie die gegen viele Pflanzen-Krankheiten resistente Salatgurke 'Sonja' oder die Sommererbse 'Vitara', die hochtolerant ist gegenüber dem Echten Mehltau und der Fusarium-Welke. Diese Sorten tragen deshalb besonders lange und üppig.

nach obenBio-Pflanzen

Neben Saatgut gibt es auch Bio-Pflanzen. Auch hier gelten die für den Bio-Anbau gültigen Richtlinien − also keine chemischen Pflanzenschutzmittel, Einhaltung von Fruchtfolgen, natürliche Düngung des Bodens, keine Verwendung von gentechnisch veränderten Pflanzen. Von besonders gesunden, von Natur aus widerstandsfähigen Sorten werden nach ökologischen Anbaumethoden gut ausgewachsene Pflanzen herangezogen. Gesunde Pflanzen sind dabei eine wichtige Voraussetzung für den naturgemäßen Anbau. Denn eine natürliche Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Krankheiten verringert den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln enorm und sichert den Ertrag. Daher werden meist bewusst robuste, wüchsige Sorten ausgewählt, die sich besonders gut im alternativen Anbau bewährt haben. Aber auch auf den Geschmack und die Inhaltsstoffe wird besonders geachtet.

Mittlerweile ist das Sortiment an Bio-Pflanzen groß (Sortimente gibt es z. B. von Sperli, Baldur-Garten, Blu-Blumen, Demeter, Biogartenversand Hof Jeebel und in vielen ortsansässigen Gärtnereien). Von Gemüsepflanzen wie Kohlrabi, Salat, Kohl, Gurken, Tomaten oder Paprika bis hin zu Exoten wie Aubergine, Andenbeere oder dem Rosenkohl FlowerSprout® sind Gemüsepflanzen aus dem Bioanbau zu haben. Sogar Bio-Erdbeeren, -kartoffeln oder -Steckzwiebeln gibt es.

EU-Bio-Logo
EU-Bio-Logo
Bio-Petersilie
© Volmary GmbH
Bio-Petersilie
Bioland-Siegel
Bioland-Siegel

nach obenBio-Kräuter

Vor allem bei frischen Kräutern ist die Auswahl an Bio-Pflanzen riesengroß, denn gerade in diesem Segment ist der Bedarf sehr hoch (z. B. Bio-Küchenkräuter von Volmary, exotische Kräuter von Blu-Blumen). Frische Kräuter im Topf, die erntebereit in der Küche stehen − in keinem anderen Sektor ist das Bedürfnis, Bio-Pflanzen zu kaufen, höher. Gebrauchsfertig in Töpfen vorgezogen liefern Petersilie, Schnittlauch und Rucola den richtigen Kick für die vollwertige Ernährung.

Ob die gebräuchliche Petersilie, aromatischer Zitronenthymian, großblättriges Basilikum, dekorativer Goldblattsalbei, schmackhafter Silbersalbei, würziger Rosmarin, exotisches Currykraut, Mandarinen-Minze oder Gewürzpaprika wie der milde 'Merida' und der scharfe 'Red Missile' − bei fast allen Kräutern kann man sich mittlerweile auf reinen Bio-Genuss verlassen.

Praktisch ist die Zimmerkultur auf der Küchenfensterbank. So hat man Vitaminreiches ständig griffbereit. Ein helles, warmes Fenster gewährt diesen Kräutertöpfen auch im Winter passende Bedingungen zum Wachsen. Ab Frühjahr kommen die Kräuter zum Wachsen und Ernten an die frische Luft.

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Viel Spaß beim Gärtnern!

nach obenGemüse biologisch schützen

An allem Anfang steht das Bio-Saatgut oder die Bio-Pflanze. Doch damit sich die Mühe lohnt, sollte auch der weitere Anbau biologisch erfolgen. Im Bioanbau kommt es besonders auf gut aufbereitete Pflanzerde an. Gemüsepflanzen benötigen eine mit Kompost angereicherte, nährstoffreiche, humose und lockere Erde. Kräuter kommen mit weniger Nährstoffen und sandigeren Böden gut zurecht.

Als Düngung empfehlen sich reifer Kompost, Hornspäne oder das Flüssigdüngen mit Brennesseljauche. Gegen fliegende Schädlinge hilft das Abdecken der Gemüsepflanzen mit einem Insektenschutznetz. Auch mit der Mischkultur, das heißt dem gemischten Anbau von Partnerpflanzen, lassen sich viele Schädlinge abwehren. So halten Dill, Zwiebeln, Knoblauch oder Lauch in Kombination mit Möhren die Möhrenfliege ab. Stark duftende Kräuter wie Thymian oder Pfefferminze führen Kohlweißlingsfalter in die Irre und Bohnenkraut wehrt bei Bohnen die Läuse ab.

Um der Schädigung der Pflanzen durch im Boden lebende Parasiten und Krankheitserregern vorzubeugen, sollte auf eine ausgewogene Fruchtfolge geachtet werden. Das bedeutet, dass die Flächen im Gemüsebeet jedes Jahr mit wechselnden Gemüsearten bestückt werden. Auch eine Gründüngung im Herbst hilft gegen schädliche Nematoden (z. B. 'Gartendoktor' oder 'Nematodenkiller') und bringt zudem wertvolle Nährstoffe zurück in den Boden.

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Anbauregeln, BIO-Siegeln, Bio, Bio-Kräuter, Bio-Pflanzen, Bio-Saatgut, Bioland, Demeter-Siegel, Petersilie, Pflanzenschutzmittel

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